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Zeitmanagement – ein ungeliebtes Wort

Das Wort ‚Zeitmanagement‘ an sich klingt nach absoluter Kontrolle. ZEIT und dann noch MANAGEMENT. Viele Studenten sehen sich schon geknechtet vor ihrem inneren Auge. Früh aufstehen, keine Pausen, keine Parties während die Hausarbeiten geschrieben werden müssen oder schlimmer noch, die Bachelorarbeit oder Masterarbeit. Stunden und Nächte am Schreibtisch oder in der Bibliothek, um die geforderten Texte in time abzuliefern.

Bücherstapel, Fertiggerichte, das Handy auf lautlos, keine Freunde, kein Social Media. – Das ist eine regelrechte Horrorvorstellung für viele Studenten unter diesen Bedingungen eine Arbeit oder sogar mehrere Hausarbeiten zu schreiben.

Richtiges Zeitmanagement kann unkompliziert sein

Wenn Studenten zu uns kommen und eine Betreuung anfragen, dann ist oft schon das Kind in den Brunnen gefallen. Das heißt im Klartext: Entweder hat der Prof die Arbeit bei der Besprechung zerrissen oder es steht zwar schon eine Gliederung und etwas Text, aber es sind nur noch wenige Tage bis zu Abgabe. Eines aber haben fast alle Studenten gemeinsam: Es fehlt ein funktionierendes Zeitmanagement.

Idealerweise beginnt man die Planung einer solchen Arbeit schon weit vorher. Der Zeitrahmen für Hausarbeiten und Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten ist von Fach zu Fach und je nach Art der Arbeit unterschiedlich. Aber mal ehrlich, es ist ja nicht so, dass diese Arbeiten überraschend kommen. Viele Studenten jedoch verfügen über ein Gen, das sie die Dringlichkeit dieser Aufgaben ignorieren lässt und somit werden die Arbeiten  erst mal verschoben und so lange wie möglich ausgeblendet. Prokrastination ist das Wort, das in aller Munde ist. Es ist schon fast ein Modewort im Studiumskontext. Wenn man es so macht, dann ist es erst mal schön, weil man so das schöne leichte Leben weiter leben kann, aber der Stress, der danach kommt, ist dafür umso schlimmer.

Wie geht man also vor bei einer bevorstehenden Hausarbeit oder Bachelorarbeit / Masterarbeit, um ein passendes Zeitmanagement zu schaffen?

  • Sobald man von der Arbeit erfährt sollte man jede dazu notwendige Info dazu aufsaugen: Termine, Themen (wichtig ist hier, ob die Themen frei wählbar sind oder vorgegeben- vorgegebene Themen gibt es meist nur bei Hausarbeiten, aber manchmal haben die Profs auch für Abschlussarbeiten Themen zu vergeben)
  • Den Zeitraum im Kalender für andere Aktivitäten streichen. (Klingt furchtbar, aber ist das beste Mittel, sich Zeit zu schaffen und Ausnahmen kann man ja immer machen! ;-))
  • Sich frühzeitig um Literatur kümmern. Oft will man mit dem Lesen und Schreiben beginnen und kommt nicht an die notwendigen Bücher, weil sie schon ausgeliehen sind und vorbestellt werden müssen. Wartezeiten von 4-6 Wochen sind keine Seltenheit. Standardwerke kann man sich also schon vorher besorgen und ggf. wichtige Seiten kopieren und die bibliographischen Angaben dazu vermerken.
  • Die Arbeit gliedern und die Literatur den Kapiteln zuordnen. So wird schnell klar, wo noch was fehlt.
  • Mach Dir einen Zeitplan mit Meilensteinen für die Arbeit.
  • Man nutzt die Zeit während der Erstellung von Studienarbeiten gerne, um die Wohnung sauber zu machen, dringende Einkäufe zu erledigen, wichtige Telefonate mit der Familie zu führen etc. Sorge für einen Lebensmittelgrundstock für jeweils die nächste Woche. Solange halten sich auch frische Lebensmittel gut und Du musst nicht jeden Tag in den Supermarkt laufen. Die Wohnung vor der Arbeit richtig grundreinigen, so dass Du dann nicht dauernd das Gefühl hast, es ist unangenehm und nicht sauber und Du musst anfangen zu putzen (Ausrede Nr.1, um nicht schreiben zu müssen). Schaffe Dir einen angenehmen Arbeitsplatz, an dem Du dich gern aufhältst. Räume auf, mach sauber (und stell Dir ein paar Blümchen auf!). Wichtige Gespräche und Termine vorher aus der Welt schaffen, damit Du den Kopf für die Arbeit frei hast.
  • Zeitmanagement bedeutet in diesem Kontext, Du hast die zu Verfügung stehende Zeit unter Kontrolle und nutzt sie zielführend für die Arbeit.

Zeitmanagement – Wichtige Tipps für den seelischen und körperlichen Ausgleich

Die vorhergehenden Absätze mögen auf den ein oder anderen so wirken als wäre mit der passenden Planung und Vorbereitung die Arbeit schon geschrieben und somit alle Probleme aus der Welt geschafft. So ist es natürlich nicht. Aber mit der Schaffung von optimalen Rahmenbedingungen fallen zumindest ein paar Sorgen weg, die Dich ansonsten noch zusätzlich belasten.

Regelmäßige Pausen und auch mal freie Abende und Tage sind genauso wichtig, wie eine gute Vorbereitung. Wenn Du das Gefühl hast, Du hast eine Schreibblockade, dann setze Dir eine festgelegte Auszeit, in der Du Dich nicht um die Arbeit kümmerst.

Sport zu treiben, um den Geist frei zu bekommen und den Körper auch mal vom Denken abzulenken ist in jedem Falle empfehlenswert. Versuche Dein Leben grundsätzlich so im Rhythmus zu behalten, wie vorher auch. Nur eben mit dem Fokus auf der Arbeit und der zeitgemäßen Fertigstellung dieser. Wenn Du vorher schon keinen Rhythmus hattest, dann ist jetzt der geeignete Augenblick Dir einen zu schaffen, denn beim Arbeiten nach dem Studium wird es ohne passenden Rhythmus nicht besser. Wenn Du es so machst, dann ist hinterher auch die Erschöpfung nicht so groß und vielleicht freust Du Dich sogar auf die nächste Arbeit, weil es mit dieser so gut und easy geklappt hat. Du wirst sehen, wenn Du es einmal hin bekommen hast, ein gutes Zeitmanagement zu schaffen, dann fällt es Dir beim nächsten Mal schon  um einiges leichter und das zahlt sich in Studium und Berufswelt genauso aus, wie privat.

(erstellt von: Dagmar Lingg, Coach und Trainerin)

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